
Wenn Eltern werden, träumen viele davon, dass ihre Kinder von Anfang an durchschlafen. Die Realität ist jedoch oft viel komplizierter und körperliche und geistige Erschöpfung Dies führt dazu, dass viele Familien nach schnellen Lösungen suchen, um das nächtliche Aufwachen zu beenden, und dabei oft auf kontroverse Vorschläge stoßen.
Eine der meistdiskutierten Optionen in Spanien ist die des Neurologen Eduard Estivill, der in seinem Buch „Schlaf, Baby, Schlaf“ vorschlägt, dass es möglich ist. Kinderschlaf neu erziehen basierend auf Autonomie. Dieser Ansatz hat jedoch eine hitzige Debatte ausgelöst zwischen denen, die ihn als wirksames Instrument sehen, und denen, die ihn für eine kontraproduktive Praxis halten.
Woraus besteht die Estivill-Methodik konkret?
Dieses System, dessen Ursprünge in den Arbeiten des amerikanischen Kinderarztes Richard Ferber liegen, basiert auf den Prinzipien des Behaviorismus. Die zentrale Idee ist, dass Babys ab einem Alter von etwa vier bis sechs Monaten bereits die notwendige biologische Reife besitzen, um ohne die Anwesenheit ihrer Eltern schlafen und sie können lernen, sich selbst zu beruhigen.
Das Verfahren basiert auf dem sogenannten „progressiven Warten“. Nachdem eine beruhigende Routine etabliert wurde, bleibt das Kind wach im Gitterbett. Beginnt das Kind zu weinen, müssen die Eltern eine gewisse Zeit warten, bevor sie den Raum betreten. Beim Betreten sprechen sie ruhig mit dem Kind, aber Es ist verboten, ihn hochzuheben. Oder man gibt ihm etwas zu essen und sagt ihm einfach, dass er erst einmal alleine schlafen muss, bevor er wieder hinausgeht.
Mit jedem Tag verlängern sich die Wartezeiten gemäß einem festen Minutenplan. Ziel ist es, dass das Kind aufhört, die Hilfe von Erwachsenen zum Einschlafen zu benötigen, und so die Gewohnheiten ablegt, die der Autor als schädlich betrachtet. unzureichend oder abhängig.
Die Debatte um kontrolliertes Schreien und Stress
Der umstrittenste Aspekt ist zweifellos die Tatsache, dass Lass die Babys schreien bis es erschöpft ist. Manche Befürworter argumentieren, dass dies gesunde Routinen schafft und die Erholungsqualität der Familie verbessert. Die Wissenschaft legt jedoch nahe, dass Weinen keine Manipulation ist, sondern vielmehr … einzigartige Kommunikationssprache Das Baby, um Angst, Hunger oder Einsamkeit auszudrücken.
Mehrere Studien deuten darauf hin, dass anhaltendes Weinen und fehlender Trost zu einem Anstieg von Cortisol, das StresshormonEs wurde beobachtet, dass selbst wenn das Baby schließlich einschläft und den Anschein erweckt, etwas „gelernt“ zu haben, der Stresspegel weiterhin erhöht sein kann. Dies deutet darauf hin, dass das Kind keine Fähigkeit erworben hat, sondern vielmehr in einen Zustand extremer Erschöpfung geraten ist.
Darüber hinaus besteht das Risiko, dass sich etwas entwickelt, das als erlernte HilflosigkeitDies geschieht, wenn das Kind versteht, dass ihm niemand zu Hilfe kommen wird, egal wie sehr es weint oder um Hilfe bittet. Dies kann dazu führen, dass es das Weinen nicht aus Autonomie, sondern aus schmerzhafter Resignation unterdrückt.
Auswirkungen auf die Gehirnentwicklung und die emotionale Bindung
Das Gehirn eines Babys entwickelt sich rasant und reagiert extrem empfindlich auf hormonelle Reize. Längere Einwirkung von Adrenalin und Cortisol kann neuronale Verbindungen verändern und Bereiche wie den präfrontalen Cortex betreffen, der für exekutive Funktionen und zukünftige Entscheidungsfindung zuständig ist.
Aus psychologischer Sicht ist die größte Angst der Experten die Ausfall der sicheren VerbindungLaut Bowlbys Theorie ist die Bindung, die vor dem zweiten Lebensjahr aufgebaut wird, entscheidend. Wenn ein Kind in seinen verletzlichsten Momenten das Gefühl hat, dass seine primäre Bezugsperson unzuverlässig ist, kann es eine unsichere Bindung entwickeln, die im Erwachsenenalter zu geringem Selbstwertgefühl oder größeren Schwierigkeiten im Umgang mit seinen Emotionen führen kann.
Einige Studien bringen sogar frühen toxischen Stress mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Krankheiten in Zusammenhang. ADHS oder antisoziales Verhaltenweil das Nervensystem während des Schlafs in einem Zustand ständiger Hyperaktivität verbleibt, um die vermeintliche Verlassenheit zu überstehen.
Kritik an der Starrheit der Methode und dem Mangel an wissenschaftlicher Grundlage
Viele Gesundheitsexperten kritisieren die Methode, Kinder wie „Toaster“ zu behandeln und dabei eine Standardrezept für alle Ohne Berücksichtigung der individuellen Empfindlichkeit jedes Babys. Es wird argumentiert, dass es keine fundierte wissenschaftliche Literatur gibt, die die Behauptung stützt, dass dieses System langfristig unschädlich ist.
Des Weiteren wird die vom Autor erwähnte Erfolgsquote von 96 % infrage gestellt, da sie auf persönlichen Beobachtungen und nicht auf kontrollierten Studien beruht. Anstelle einer aggressiven Intervention wird empfohlen, … sukzessive Annäherungenzum Beispiel, indem man das Kind auf dem Schoß zum Einschlafen legt und sich dann allmählich entfernt, um dessen Reifungsprozess zu respektieren.
Es ist wichtig zu verstehen, dass jedes Kind einzigartig ist und dass Autonomie nicht durch Leid erreicht werden sollte. Priorität sollte haben, dass sich das Kind wohlfühlt... beschützt und begleitetWir verstehen, dass die Erholung der Eltern wichtig ist, aber nicht auf Kosten der emotionalen Gesundheit des Kindes.